Wenn Autoren mit dem Schreiben beginnen, fragen sie sich vielleicht, ob sie ihre Zähne an einigen Kurzgeschichten ausschlagen oder mit einem Roman in die Vollen gehen sollen. Es wird darüber gestritten, was einfacher zu schreiben ist. Hier sind ein paar Pro- und Contra-Argumente, die Ihnen bei der Entscheidung helfen sollen.

  • Der Zeitfaktor

Sie können eine Kurzgeschichte an einem Tag schreiben – ein Roman wird viel länger dauern. Aber wenn Sie eine komplizierte Idee haben, der Sie nur in einem Roman gerecht werden können, ist es sinnlos zu versuchen, sie in eine Kurzgeschichte zu packen – das wird nicht funktionieren.

  • Der Faktor “Länge

Wenn Sie eine einfache Idee haben, die Sie in eine Kurzgeschichte mit nur ein paar Figuren verwandeln können, versuchen Sie nicht, daraus einen Roman zu machen – das wird nicht funktionieren.

  • Der Ideen-Faktor

Wenn Sie eine Idee für ein belletristisches Werk haben, wie können Sie feststellen, ob es etwas ist, das Sie zu einem Roman entwickeln können, oder ob es eine Kurzgeschichte bleiben sollte? Denken Sie über diese Aspekte nach:

Charaktere: Wie viele Haupt- und Nebenfiguren werden benötigt, um diese Geschichte zu erzählen? Wenn es mehr als drei Hauptfiguren sind, mit ein paar Nebenfiguren, dann müssen Sie es wahrscheinlich zu einem Roman ausarbeiten.

Hintergrund: Wie interessant oder kompliziert ist der Hintergrund Ihrer Geschichte? Wenn sie in einem fremden Land oder an einem speziellen Arbeitsplatz spielt, können Sie ihr in einer Kurzgeschichte vielleicht nicht ganz gerecht werden.

Plot: Wie viele Drehungen und Wendungen müssen Sie in die Erzählung einbauen? Eine Kurzgeschichte kann nur etwa ein halbes Dutzend vertragen.

Zeitrahmen: Idealerweise sollte eine Kurzgeschichte in einem kurzen Zeitraum spielen, höchstens ein paar Monate. Wenn Sie die Geschichte über Jahre oder gar Jahrzehnte ausbreiten wollen, brauchen Sie wahrscheinlich den Umfang eines Romans.

  • Der Markt-Faktor

Angenommen, Sie hoffen, Ihre Arbeit irgendwann zu verkaufen, ist es viel einfacher, ein Ventil für eine Kurzgeschichte zu finden als für einen Roman. Die Chance, dass Ihre Kurzgeschichte von Fremden gelesen wird, ist ziemlich hoch, besonders wenn Sie sie im Internet veröffentlichen, aber nur wenige Leute werden wahrscheinlich einen ganzen unveröffentlichten Roman lesen. Von einigen Websites können Sie Feedback bekommen, und vielleicht erhalten Sie sogar eine gewisse Bezahlung dafür.

  • Der Style-Faktor

Denken Sie über Ihren Schreibstil nach: Schreiben Sie lieber Dialoge und Action oder innere Monologe und Beschreibungen? Generell gilt: Ersteres ist wohl eher für Kurzgeschichten geeignet, letzteres für Romane.

  • Der Faktor Ruhm und Reichtum

Romanautoren bekommen in der Regel mehr Medienaufmerksamkeit als Kurzgeschichtenautoren. Wenn Sie ein berühmter Schriftsteller werden wollen, werden Sie Romanautor. Seien Sie sich aber auch darüber im Klaren, dass Sie mit größerer Wahrscheinlichkeit in vielen “Papierkörben” landen werden und selbst wenn Ihr Roman veröffentlicht wird, sind Ihre Chancen, reich und berühmt zu werden, sehr gering. Natürlich gibt es noch eine andere Möglichkeit: Ihre fiktionale Idee könnte besser als ein Drama-Drehbuch ausgedrückt werden, als entweder ein Roman oder eine Kurzgeschichte. Um herauszufinden, ob dies zutrifft, lesen Sie meinen Begleitartikel “Fiction or Drama? Die Entscheidung, was Sie schreiben sollen”. Viel Glück!


Felix Weber - Doktorand und SAP Consultant