Fernsehen lässt uns mehr ausgeben. Nun, das macht Sinn. Schauen Sie sich die ganze Werbung an, der wir täglich ausgesetzt sind. Die Werbefachleute bekommen nicht das große Geld, weil sie nicht wissen, wie man Werbung produziert, die die Käufer anspricht. In der Tat gibt es eine enorme Menge an Forschung, die sich mit Details wie bevorzugten Farben, verschiedenen Stimmen (laut und fordernd versus sanft und autoritär), der Menge an Bewegung auf dem Bildschirm und endlosen Kleinigkeiten beschäftigt, über die wir nicht einmal nachdenken – die aber unser Unterbewusstsein erreichen.

Okay, das ist verständlich. Das geht so, seit Og mit einer neuen Art von angespitztem Stock herumstolziert ist und seine Insider-Informationen darüber, wie man den neuen, stromlinienförmigen Look erreicht, im Gegenzug für eine Keule Fleisch eingetauscht hat.

Nur stellt sich heraus, dass es nicht die Werbung ist, die uns zu schaffen macht, zumindest nicht so sehr, wie etwas anderes. Es scheint, dass wir den Lebensstil der fiktiven Charaktere beneiden. Niemand im Fernsehen lebt in einer winzigen Ein-Zimmer-Wohnung. Niemand ist so sehr damit beschäftigt, nach einem Dollar zu schnorren, dass er/sie nicht genügend Freizeit hat, um mit den anderen Charakteren Spaß und Spiel oder Drama und Gefahr zu teilen. Sie leben gut, diese TV-Kreaturen. Wenn die Handlung den Kauf eines neuen Autos erfordert, schaffen sie es, das Geld aufzutreiben – und sie scheinen in den folgenden Episoden deshalb nie zu knausern.

Dr. Schor (Harvard) hat ein Buch mit dem Titel “The Overspent American” geschrieben. Darin kam sie zu dem Schluss, dass es tatsächlich die Shows selbst sind, die den größten Einfluss auf uns haben. Sie führte eine groß angelegte Studie über die Gewohnheiten der Amerikaner beim Ausgeben und Sparen durch. In Korrelation mit anderen Faktoren des Lebensstils kam sie zu vorhersehbaren – und unvorhersehbaren – Ergebnissen.

Es ist nicht nur die TV-Werbung, die uns zu viel Geld ausgeben lässt
Es ist nicht nur die TV-Werbung, die uns zu viel Geld ausgeben lässt

Für jede Stunde, die wir vor dem Fernseher verbringen, so entschied sie, geben wir jährlich zweihundert Dollar zusätzlich aus. Je höher auf der Lebensskala eine Person steht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie etwas spart. Es stellte sich heraus, dass Frauen mit Hochschulabschluss am meisten einkaufen. Dr. Schor vermutet, dass dies daran liegen könnte, dass sie sich der Bedeutung sozialer Etikette am meisten bewusst sind (d.h. die Kleidung macht den Mann. Oder in diesem Fall die Frau).

Am ehesten sparen weniger gut ausgebildete Menschen, die sich ein eigenes Geschäft aufgebaut haben. Sie haben wahrscheinlich keine Zeit zum Fernsehen, bis sie die Gewohnheit der Sparsamkeit fest etabliert haben.

Ein Bericht in JAMA behauptet, dass amerikanische Kinder im Alter zwischen zwei und siebzehn Jahren 15.000-18.000 Stunden fernsehen. In dieser Zeitspanne haben sie nur 12.000 Stunden Schule. Das Fernsehen wird auch mit Fettleibigkeit bei Kindern in Verbindung gebracht. Wenn es auch nicht direkt dazu beiträgt, es zu verursachen, so behindert es doch die Gewichtsabnahme.

Wir Erwachsenen neigen dazu, von zu viel Fernsehen depressiv zu werden. Wir fühlen uns wahrscheinlich niedergeschlagen, weil wir nicht wie diese Seifenopernfiguren leben können.


Felix Weber - Doktorand und SAP Consultant